Am Campus Kuchl der Fachhochschule Salzburg entsteht derzeit das Forschungsgebäude „Twin²Sim“. Dieses besteht aus einem Prüfstand, einem multifunktionalen Versuchsgebäude mit 20 hochwertigen Arbeitsplätzen für das Forschungspersonal, Prüfräumen, einem Multifunktionslabor sowie einer Manipulationshalle.

Der Prüfstand des Versuchsgebäudes dient der ganzheitlichen Untersuchung komplexer Gebäudehüllen inklusive der Beurteilung der Schallschutzperformance. In den Versuchsräumen werden Bauteile der Gebäudehülle eingebaut, einem langfristigen Monitoring unterzogen und gebäudetechnische Systeme messtechnisch und funktional analysiert. Alle Bauteile und Systeme werden in Simulationen abgebildet. In Folge werden weitere Entwicklungsschritte an diesen digitalen Zwillingen durchgeführt – daher auch der Name Twin²Sim.

Mit diesem vom Land Salzburg in der Höhe von 1,1 Mio. Euro co-finanzierten Projekt, wird erstmalig in Österreich ein Versuchsgebäude mit den wissenschaftlichen Möglichkeiten als passivhaustauglicher, konstruktiver Holzbau errichtet. Damit leistet die FH Salzburg einen wesentlichen Beitrag zu dem im aktuellen Regierungsprogramm des Landes Salzburg forcierten Ausbau des Wissenscampus Kuchl als Kompetenz- und Transferzentrum im Bereich Bioökonomie, alpines Bauen und Holz.

Neue Erkenntnisse aus Großexperiment

Projektleiter FH-Prof. Michael Grobbauer zur Vision des Forschungsvorhabens: „Mit Twin²Sim können wir neue Erkenntnisse gewinnen, wie Gebäudetechnik, Bauteile, Raum und Mensch zusammenwirken und neue Bauteile entwickeln und erproben. Dabei stehen komplexe Zusammenhänge im Focus, die in herkömmlichen Versuchsanordnungen nicht getestet werden können. Die Einrichtung soll für und mit der Wirtschaft neue Erkenntnisse, Lösungen und Produkte ermöglichen, um den Energiebedarf in Gebäuden zu verringern, und klimaneutrale Gebäude bei hoher Behaglichkeit und Nutzerfreundlichkeit zu verwirklichen. Twin²Sim wird somit einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und effizienten Gebäudebetrieb leisten.“

Der Pongauer Tom Lechner von LP architektur zeichnet für die Gestaltung verantwortlich: „Das war ein sehr spannender Auftrag für uns. Im ersten Schritt ging es uns darum, den richtigen Standort am Gelände zu definieren. Hier wollten wir durch die Situierung – über die Funktion hinaus – einen Mehrwert für den Campus generieren. Die nun vorliegende Variante schafft somit einen neuen Eingangsbereich zur Hochschule, quasi als Hof mit hoher Aufenthaltsqualität. Das Zurückdrängen der Parkplätze und die entsprechende Architektur sollen dazu beitragen, Erholungsflächen und Räume für soziales Interagieren für Studierende und Lehrende zu schaffen. Das zweite große Ziel war, die spezielle Funktion als technisches Gebäude sichtbar und erkennbar zu gestalten. Dies erreichen wir durch einen zeitgemäßen Mix aus Form, Materialien und Gestaltung – ganz wie es sich für einen Campus der Nachhaltigkeit gehört.“


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