Eine neue Braustube im Hafen der dänischen Stadt Koege wird die mehr als 15.000 jährlichen Besucher der nahe gelegenen Braunstein Mikrobrauerei willkommen heißen und Aktivitäten für die örtliche Gemeinde anbieten. Hinter dem zur Demontage vorgesehenen Gebäude steht das Architekturbüro Adept aus Kopenhagen.

Für das nächste Jahrzehnt dient die in diesem Jahr von Adept fertiggestellte Braustube als Besucherzentrum der Braunstein Brauerei. Gleichzeitig wurde so ein lokaler Treffpunkt geschaffen, der Initiativen und Aktivitäten der Gemeinde unterstützt. Das Gebäude steht auf einem Abschnitt des städtischen Hafenkais, einem potenziellen Teil der Klimaanpassungsstrategie der Stadt.

Um sich an diese möglicherweise vorübergehende Nutzungsdauer anzupassen, ist das Besucherzentrum "für die Demontage ausgelegt". Wenn das Gebäude auf Dauer nicht bleiben kann wird Recycling zu einer realistischen Option – das gesamte Gebäude kann entweder an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden oder Materialien werden im Rahmen anderer Projekte wiederverwendet.

"Es war uns wichtig das Besucherzentrum als lokal verankertes Gebäude zu entwerfen das die Idee eines neuen lokalen Treffpunkts unterstützt. Die signifikanten Giebel sind von einigen der alten Lagerhäuser am Hafen inspiriert. Diese Gestaltung trägt dazu bei, das Gebäude als natürlichen Teil der rohen maritimen Hafenidentität zu sehen", erklärt Anders Lonka von Adept. "Wegen der Möglichkeit einer begrenzten Lebensdauer des Gebäudes haben wir mit Prinzipien aus 'Design for Disassembly' gearbeitet, so wurde das Gebäude nur mit mechanischen Verbindungen konstruiert und ohne Anstrich gebaut“, ergänzt er.

Reduziertes Abfallvolumen

Das 1.000 m2 große Besucherzentrum besteht aus wenigen und nachhaltigen Materialien, die so weit wie möglich nicht vermischt wurden. Dadurch wurde das Abfallvolumen der Konstruktion im Vergleich zu ähnlichen Projekten erheblich reduziert. Das Gebäude basiert auf einfachen Fertigungstechniken und wurde nur mit mechanischen Verbindungen fertiggestellt. Alle primären Wandflächen sind ohne Farbe oder Fugenmasse errichtet und die Holzböden wurden mit Abfallprodukten des nahe gelegenen Bodenbelagsherstellers Junckers verbaut.

Die großen Dachflächen bestehen aus Polycarbonat mit Klickverbindung, während die Holzfassade aus CO2-neutralen Accoya hergestellt wurde, das Cradle2Cradle Gold, FSC sowie mit dem dänische Umweltzeichen Svanemaerket zertifiziert ist. Die Braustube ist teilweise energieautark mit Strom aus eigenen Sonnenkollektoren und einer natürlichen Belüftung, die den Bedarf an mechanischer Belüftung reduziert.

Das „Taphouse“ befindet sich an der Schnittstelle zwischen Stadt und Hafen, unterstreicht die Verbindung zwischen Wasser und Stadt und fungiert als Tor zum Hafen. Im Erdgeschoss befindet sich am einem Ende ein Café und am anderen ein Restaurant. Die Räume im Obergeschoss werden für Aktivitäten der lokalen Gemeinschaft und private Veranstaltungen genutzt.

Die historischen Gebäude und die raue industrielle Atmosphäre am Hafen inspirierten die Architektur und die städtischen Räume um den Hafen herum. Das Ergebnis ist eine klar gestaltete Architektur, die die Identität des Hafens in einem lokal verankerten Projekt unterstreicht und dazugehört, aber auch für sich selbst steht.


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