Das design.lab als Kreativfabrik der „jungen Wilden“ von RKW Architektur + will mit dem Entwurf einer Überbauung der Bahntrasse in Düsseldorf Denkanstöße liefern und diese in die Diskussion für zukünftige Stadtentwicklung einbringen. Ein Entwurf, der auch das stark diskutierte Trendthema Fassadenbegrünung im Fokus stellt, über das die fassadentechnik bereits in den letzten Ausgaben mehrfach berichtete.

Bei der aktuellen Vision des design.lab geht es konkret um 5.000 innerstädtische Wohnungen – nicht am Rand, sondern mitten in Düsseldorf; einer Metropole, die als dynamisch wachsende Stadt mit ihren Stadtentwicklungsthemen stellvertretend für viele andere steht. Die Überbauung der Nord-Süd Bahntrasse mit einer grünen Wohnbrücke könnte hier die Lösung sein.

Der durch die Gleise bedingte aufgetrennte „Riss“ in der Stadt wird durch eine städtebauliche „Naht“ geschlossen, die benachbarten Stadtteile rücken zusammen, Qualitäten werden geschaffen und so eine Durchwegung zwischen dem Rheinufer und den Stadtteilen Pempelfort, Derendorf und Flingern erlebbar gemacht.

Dabei stehen grüne Flächen zur Erholung im Fokus. Dies gilt nicht nur für Frei- und Dachflächen, sondern vor allem für Fassaden. Immer wieder werden die Wohnungsgeschosse unterbrochen durch grüne Zwischenetagen, die eine Verbindung mit der bepflanzten Fassade eingehen. Dieser Gedanke vom „Leben im Grünen“ wird ergänzt durch die Einbindung des Nahverkehrs in den Gebäudeplan.

Multichance statt Mononutzung

An den bisherigen Übergängen wie dem Wehrhahn oder der Franklinbrücke wird das Bild der Stadt besonders interessant: Während in Nord-Süd Richtung weiterhin der Bahn- und Autoverkehr auf der Toulouser Allee fließt, überbrücken „grüne Bänder“ in Ost-West-Richtung die angrenzenden Stadtteile mit dem neuen Quartier.

Sportplätze, Kultureinrichtungen und Mobility Hubs werden nicht nur zu wichtigen Knotenpunkten, sondern vor allem auch zu städtischen Erlebnisräumen. Architektonisch trifft das design.lab bewusst keine konkrete Aussage – es geht viel eher um die grundsätzliche Idee; und um die Vision für eine wachsende Stadt auf der Suche nach neuem Wohnraum und neuen Chancen.

Olympia als Stadtmotor

Neuer Wohnraum, der bei einer Bewerbung für Olympia 2032 in Düsseldorf dringend nötig wäre. Vielleicht ließe sich mit dieser Vision auch ein mögliches olympisches Dorf mitten in der Landeshauptstadt realisieren. Die zentrale Lage, die Anbindung an Verkehr, Kultur und Sport sowie eine mögliche Nachnutzung würden dafür sprechen.


« News Übersicht