Am Campus des Immobilienunternehmens Einkaufs-Center Entwicklung (ECE) in Poppenbüttel wurde gestern im Beisein von Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel eine stickoxidbindende Textilfassade eingeweiht. Die mit Nanotitanoxid beschichtete Fassade ist an einem Bürohaus angebracht und bindet schädliche Stickoxide.

Das Titandioxid wandelt unter Lichteinfluss und Luftfeuchte Stickoxide in weniger problematisches Nitrat um. Die neue reinigende Textilfassade ist ein Pilotprojekt der ECE, dessen Ziel es ist, neue nachhaltige Gebäudehüllen zu erproben und weitere zu entwickeln. Dafür wird aufwendige digitale Messtechnik installiert und das Projekt von der RWTH Aachen wissenschaftlich begleitet.

Die Fassade bindet nicht nur Stickoxide, sondern trägt auch zur Verringerung der CO2-Emissionen des 22 Jahre alten ECE-Bürohauses bei: Studien haben nachgewiesen, dass die neuartige Gebäudehülle bis zu 78 Prozent der solaren Kühllasten von Gebäuden im Sommer reduzieren kann.

Das wird erreicht, indem der erste Kontakt des Gebäudes mit energieintensiver Solarstrahlung im Außenraum stattfindet und nicht wie bei konventionellen Bauten an der eigentlichen Gebäudehülle. Zudem findet zwischen dem Textil und der Gebäudehülle ein natürlicher Wärmeabtrag mittels Konvektion statt, wodurch die Gebäudehülle passiv gekühlt wird.

Dabei ist die außenliegende Textilfassade für die Nutzer im Innenraum kaum wahrnehmbar – ähnlich dem Effekt der Fensterwerbung bei Linienbussen. Textilien wirken somit als Diffusor und sorgen für eine hohe Belichtung mit natürlichem Tageslicht im Innenraum. Textilfassaden können auch nachträglich an Gebäuden aller Nutzungsarten einfach installiert und getauscht werden. Dadurch können Gebäude nachträglich an die Veränderungen des Klimas angepasst werden.


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