Zum 18. Deutschen Fassadentag des FVHF kamen über 150 Branchenvertreter nach Berlin. Unter dem Titel „Multifunktional und intelligent: VHF – Die Fassade mit Mehrwert“ sprachen die Referierenden unter anderem über zukunftsfähige Materialien, solare Bauprodukte, neue Geschäftsmodelle und digitale Zwillinge.

Über 150 Branchenvertreter kamen am 21. November 2019 zum 18. Deutschen Fassadentag des Fachverbands Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (FVHF) nach Berlin. Das Vortragsprogramm unter dem Titel „Multifunktional und intelligent: VHF – Die Fassade mit Mehrwert“ reichte etwa von der universitären Forschung nach neuen Materialien und Anwendungsmöglichkeiten bis hin zur konkreten Praxis und Komplexität der Fassade. Tenor der Veranstaltung: Die Fassade soll robust und individualisierbar sein und sowohl funktionell als auch gestalterisch auf die Umgebung reagieren.

Materialien der Zukunft

Spannende Einblicke in seine Forschungstätigkeit gab Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack in seiner Keynote zur Entwicklung der Fassade. Sein Interesse gilt vor allem der Weiterentwicklung der Fassade hinsichtlich innovativer Funktionalitäten. Dafür testet Knaack an der TU Delft und TU Darmstadt unterschiedlichste Materialkombinationen auf ihre Zukunftsfähigkeit.

Reduktion auf das Wesentliche

Robustheit und die Reduktion auf das Wesentliche stehen für die Dipl.-Ing. Architektin Julia Dahlhaus, Vorsitzende des BDA Berlins, bei der Fassadengestaltung im Fokus. Konsens in der Gesprächsrunde mit den Vorrednern über klimagerechtes Planen und Bauen war der Wunsch an die Industrie, Architektinnen und Architekten gestalterisch in die Produktentwicklung einzubeziehen. Von Bauherren und Politik forderte die Runde Neuerungen durch Änderungen im Baurecht leichter möglich zu machen. „Es ist ein Drama, wie wenig Fassaden wert sind“, beklagte Dahlhaus.

Solare Bauprodukte

Über den Forschungsstand kundenspezifischer „solarer Bauprodukte“ und ihre nachhaltige lokale Wertschöpfung sprach anschließend Dr.-Ing. Jan-Bleicke Eggers. Der Projektleiter im Themenbereich BIPV am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE berichtete: Für ein zukünftiges regeneratives Energiesystem sind weitläufige Flächen für Photovoltaik und Solarthermie notwendig, die an Gebäuden ausreichend vorhanden sind.

In weiteren Vorträgen standen etwa die Digitalisierung im Handwerk oder das Klima als architektonisches Instrument im Fokus. Weitere Informationen zu den Vorträgen finden Sie unter www.fvhf.de. Der Deutsche Fassadentag des FVHF hat sich zu einem bedeutsamen Branchentreff entwickelt und greift aktuelle Themen rund um die Gebäudehülle auf.

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