Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist das veröffentlichte Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung nicht ausreichend. Auch wenn einzelne angedachte Maßnahmen in die richtige Richtung gehen, so bleibe das Eckpunktepapier ein Stückwerk von Einzelmaßnahmen, mit denen die Klimaschutzziele nicht erreicht werden.

Die DGNB fordert schneller die richtigen Maßnahmen anzugehen, darunter fällt auch das Beenden der Subventionierung von klimaschädlichen Technologien. Die Bepreisung von CO2 begrüßt die DGNB. Allerdings sei der angedachte Preis von 10 Euro zu niedrig, um etwas zu bewirken. Die Organisation schlägt 110 Euro pro Tonne.

Die Einnahmen müssen der Entlastung der Bürger dienen, beispielsweise durch die stärkere Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs anstelle der Erhöhung der Pendlerpauschale. Die DGNB befürchtet, dass in der angedachten Form nur mehr Bürokratie und wenig Gewinn für den Einzelnen und das Ganze entstehe.

Auf Grundlage ihrer praktischen Erfahrung im nachhaltigen Bauen bezweifelt die DGNB, dass mit der aktuellen Energieeinsparverordnung und dem Entwurf des geplanten Gebäudeenergiegesetzes die angedachten Ziele erreicht werden können.

Stattdessen sollte die Kopplung des Energiesystems mit den Gebäuden gestärkt werden. Der Volatilität der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien könne durch Wärme-, Kälte- und Stromspeicher gut entgegengewirkt werden. Hierfür brauche es aber eine Anschubfinanzierung.

Die DGNB ermutigt die Bundesregierung mehr verantwortungsvolles Investieren von den Banken einzufordern, etwa über einen Mindestanteil nachhaltiger Gebäude im Portfolio. Zudem fordert die Organisation, dass klimaschädliche Emissionen zur Bezugsgröße von Förderungen und Genehmigungen werden sollte, anstatt des immer noch angewandten Primärenergiebedarfs.

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