Im urbanen Raum Berlins ist seit dem Frühjahr 2016 die weltweit erste tubuläre Algenanlage in Betrieb. Sie wurde an die Fassade von Haus 4-5 auf dem EUREF Campus in Berlin-Schöneberg montiert und sorgt dort neben kulinarischen Akzenten auch für eine optische Bereicherung.

Same Same but different
Von der IBA in Hamburg Wilhelmsburg sind seltsam grüne Fassadenteile bereits bekannt. Hier werden Algen in vorgehängten transparenten Kästen produziert. In ihrer Biomasse binden sie CO2 woraus wiederum Methan als erneuerbare Energiequelle gewonnen wird. Gleichzeitig entsteht Wärme die vom Gebäude genutzt wird.
Das Berliner Projekt an dem die Unternehmen MINT Engineering GmbH mit dem Gesamtkonzept der Anlage und GF Piping Systems mit den entsprechenden Röhrensystemen beteiligt waren, setzt andere Schwerpunkte. In den Röhren auf dem Campus Gelände entstehen Algen hauptsächlich als Rohstoff. Dabei erzeugen sie durch Photosynthese aus Kohlendioxid Sauerstoff und erreichen bereits nach zwei Wochen ihrer zehnfache Menge. Verwendet werden können die Algen für Kosmetika, als Biokraftstoff und zur Herstellung von Lebensmittel. Thomas Kammeier, Campus-Küchenchef erweitert mit dem grünen Gold bereits die Speisekarte.

Wie aus einer fernen Welt
Die Photobioreaktoren gelten für die Zukunft als verlässliche Produzenten von Biomasse und Nahrungsmitteln, da sie auch in Gegenden aufgestellt werden können, die sich beispielsweise nicht für den Ackerbau eignen. Dass sie sich dabei auch gestalterisch in moderne und urbane Räume integrieren wird besonders nachts deutlich.
Mit einem LED-Band hinterleuchtet, erstrahlen die Algenröhren in einem auffallenden Grünton. Das Gebäude avanciert so schnell zur Landmarke, setzen ansonsten lediglich großflächig angebrachte Werbetafeln einen solchen Lichtschein in die Stadt. Dabei verspricht die ausführende MINT Engineering GmbH verschiedene Größen der Algenanlagen für den urbanen Raum ebenso wie Module für eine private Nutzung. Es scheint dabei nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Architekten diese Form der Gebäudebegrünung weiterdenken und in zukünftige Projekte einfließen lassen.
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