Dr. Volker Hassemer, ehemaliger Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz und jetziger Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin prägte den schönen Satz „Fassadenleute wissen, wie viel hinter einer Fassade steckt“. Gefallen ist dieses Bonmot auf dem Fassadentag am 24. Mai 2016 in Berlin. Initiiert von Sto und veranstaltet mit den Partnern Bundesstiftung Baukultur, sowie dem Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF), Berlin trafen sich etwa 200 Fachplaner und Architekten, Ausführende und Studierende für eine Standortbestimmung zum Thema Gebäudehülle im Lichthof der Technischen Universität Berlin.
Bewusst hatte sich der Veranstalter einen weiten inhaltlichen Bogen mit einer anschließenden fokussierten Engführung auf technische Themen aufgegeben. Mit Hassemer und Reiner Nagel, dem Vorstandsvorsitzenden der Bundestiftung Baukultur wurden die Bereiche Städtebau und Stadtentwicklung sowie die Abstimmungsprozesse zwischen Politik und Bürgerschaftlicher Mitverantwortung ausgelotet. Kenntnisreich und analytisch präsentierte zudem Jonas Schmidt-Thomsen, Stellvertretender Leiter von StoDesign Deutschland nationale und internationale Fassadentrends.
Dann ging es in die beinharte Fachtechnik: Sieben namhafte Referenten aus Forschung, Architektur, Industrie und Handwerk spannten nach dieser Einleitung den thematischen Bogen bis zur bauphysikalischen, befestigungstechnischen und hygrothermischen Performance von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF).
Vorgestellt wurde beispielsweise die Probsteikirche Leipzig von Schulz & Schulz Architekten mit einem 150 Quadratmeter großen Photovoltaik-System, das in die Fassade integriert wurde. Anhand dieses Projektes informierte Michael Schneider vom Fassadenbauunternehmen Dach Schneider GmbH über technische und handwerkliche Herausforderungen bei der Umsetzung. Im Zusammenhang mit der verschärften EnEV 2016 informierte Prof. Dr.-Ing Ulrich Möller über wärmetechnisch optimierte Unterkonstruktionen von VHF.
Dionys Ottl vom Büro Hild und K berichtete über die Revitalisierung des Stadtbild-Symbols „Bikini Berlin“. Er erläuterte die in dem Zuge verwirklichte Rekonstruktion denkmalgeschützter Fassaden unter Berücksichtigung aktueller Standards.
Die gelungene Sto-Veranstaltung ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem 16. Deutschen Fassadentag des FVHF ((bitte verlinken auf http://www.fvhf.de/Fassade/Dt-Fassadentag/16-deutscher-Fassadentag.php)). Der findet nämlich am 22. Juni in der Hafen City Universität in Hamburg statt.
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