Mit dem Besucherzentrum am Friedenspalast haben Wilford Schupp Architekten in Den Haag einen Informationsort für das internationale Recht geschaffen. Von außen betrachtet ist der Neubau für die Carnegie-Stiftung eine Symbiose aus Tradition und Moderne: Backstein und Glas spiegeln die Materialien der Bestandsgebäude, während das Titandach durch Form und Material neue Akzente setzt. Im Inneren des Gebäudes werden die Geschichte der Friedensbewegung und die Aufgaben des Internationalen Gerichtshofs erklärt.

Das L-förmige Besucherzentrum ist am Eingang des Geländes platziert, auf dem der Friedenspalast sich befindet. Es fügt sich in den historischen Komplex ein und lässt die ursprüngliche Anlage unberührt. Ein Blickfang ist das matte Titandach: Gefertigt aus reinem Titan, formen die quadratischen Schindeln ein sanft geschwungenes Dach, das von einer Stahlkonstruktion getragen wird. Die Fassade aus Backstein erinnert an den klassischen niederländischen Baustil, in dem auch die anderen Gebäude gehalten sind. Durch die Auswahl der Materialien fügt sich das kompakte Gebäude in die vorhandene Bebauung ein. Die Reduzierung des Materials in Titandach und Backsteinfassade zeichnet das Gebäude gleichzeitig aus.

Die Zusammenarbeit von Carnegie-Stiftung und den deutsch-englischen Wilford Schupp Architekten hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt. Im Jahr 2006 erweiterten die Architekten den Friedenspalast um ein Konferenzzentrum, eine Bibliothek und ein Verwaltungsgebäude: „Die architektonische Sprache des Besucherzentrums spiegelt Formen und Materialien der neuen Bibliothek und der Akademie. Es ist Teil einer Trilogie von Gebäuden, die durch Backstein und matte Metallverkleidungen dem Denkmalstatus des Friedenspalastes gerecht werden, aber gleichzeitig ihre eigene, unverwechselbare Identität haben“, erläutern die Architekten.

Bild: Peter de Ruig

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