Wie eine riesige Welle kragt die geneigte, frei geformte Fläche auf der Eingangsseite des Kilden Performing Arts Centre über die Köpfe der Besucher. Direkt am Meeresufer im ehemaligen Industriehafen der südnorwegischen Stadt Kristiansand gelegen, soll der Kulturmagnet die alte Brache beleben. 2005 ging das Architekturbüro ALA Architects aus Helsinki als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervor. In Zusammenarbeit mit dem einheimischen Büro SMS Arkitekter entstand bis Januar 2012 das aktuell wichtigste Kultur-Bauprojekt Norwegens.

Während drei Seiten des ansonsten zurückhaltenden, blackboxartigen Baukörpers über schwarze Aluminium-Fassaden verfügen, empfängt die Eingangsseite die Besucher mit einer großen Geste: die dem Meer zugewandte, gläserne Fassade ist hundert Meter lang. Eine gigantische, stützenfreie Stahlkonstruktion trägt auf der Oberseite die Zuschauertribünen. Die Bühnenuntersichten sind in einer unregelmäßigen Wellenform mit warm wirkenden, massiven Eichenholzbrettern verschalt – eine Reminiszenz an die Geschichte der Stadt, die im 17. Jahrhundert aufgrund des Exports von Eichenholz als Baumaterial für Segelschiffe zu Wohlstand gekommen war.

„Die monumentale, abstrakte Form der Wand aus lokalem Eichenholz trennt die Fantasie von der Wirklichkeit.” erklären die Architekten. „Betreten die Zuschauer das Gebäude, bewegen sie sich von einer natürlichen Landschaft in das Reich der darstellenden Künste.“ Besondere Bereiche sind dabei Foyer und Eingang: Den Veranstaltungssälen vorgelagert befinden sie sich unter dem Schwung des Holzdaches, nur durch eine hauchdünn wirkende Glashaut vom Außenraum getrennt. Diese schneidet sich in einer schnurgeraden Linie förmlich in das gewellte Dach ein. Lediglich die Ecken zu den seitlichen Abschlüssen sind sanft gerundet. Mit einer Breite von jeweils drei Metern und Höhen von etwa zwei Metern fügen sich die Glaselemente parallel zum Meeresufer in eine zurückhaltend-elegante Stahlkonstruktion.

Bild: Hufton + Crow

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