Wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung mitteilt werden sich nach dem Anstieg im Jahre 2010 die Bauinvestitionen in 2011 voraussichtlich nochmals deutlich erhöhen. Eine reale Wachstumsrate von über fünf Prozent konnte zuletzt im Bauboom Anfang der 1990er Jahre verzeichnet werden. Die Baupreise sind trotz der Ausweitung der Bauproduktion bislang nur moderat gestiegen. Die Baupreisentwicklung liegt weiterhin unterhalb der allgemeinen Inflationsrate.

Durch den Bedeutungszuwachs der Bestandsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte insbesondere das Ausbaugewerbe (Bauinstallationen) profitieren. Der aktuelle Aufschwung wird nun auch stark vom Bauhauptgewerbe getragen. Aufgrund der Förderung der energetischen Sanierung bestehen zwar weiterhin positive Impulse für die Maßnahmen im Gebäudebestand, die Indikatoren im Wohnungsbau weisen aber auch auf eine stark wachsende Neubautätigkeit hin. Der gefestigte Arbeitsmarkt und steigende Realeinkommen haben bei gleichzeitiger Skepsis gegenüber alternativen Finanzanlagen sowie einem weiter niedrigen Zinsniveau für einen kräftigen Anstieg (+6,5 Prozent) in 2011 gesorgt. Auch im nächsten Jahr dürfte der Wohnungsbau (+2,9 Prozent) die positivste Entwicklung aller Baubereiche haben.

Die Lage im Wirtschaftsbau ist an die Ausrüstungsinvestitionen der gewerblichen Wirtschaft gekoppelt. Im laufenden Jahr kann der gewerbliche Bau im Zuge der guten allgemeinen Wirtschaftsentwicklung mit +5,5 Prozent deutlich zulegen. Aufgrund der Unsicherheit der Unternehmen infolge der Schuldenkrise wird mit einer Zurückhaltung bei neuen Investitionen in 2012 gerechnet (-0,5 Prozent).

Die Konjunkturprogramme konnten im laufenden Jahr den öffentlichen Bau noch stützen. Die verbesserte Einnahmesituation der Kommunen dürfte dafür sorgen, dass nach Auslaufen der Programme kein starker Abschwung einsetzt (-0,1 Prozent).

Bild: Archiv

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